Wappne Dich gegen Frostschäden

Aus dem Physikunterricht wissen wir, dass Wasser bei 4° Celsius seine höchste Dichte aufweist. Unterhalb von 4° nimmt die Dichte wieder ab und somit das Volumen entsprechend zu, was erst mal kein Problem darstellt. Dramatisch wird das ganze so um den Gefrierpunkt, wenn das Wasser sich in Eis verwandelt und dabei sein Volumen um ca. 10% vergrößert. Das kann zum Problem werden, wenn in einem kalten Winter Blackout-bedingt die Heizung ausgefallen ist.

Keine Installationsleitung, egal ob aus Edelstahl, Kupfer oder Kunststoff hält die dabei auftretenden Drücke aus. Als Folge entstehen mehr oder weniger große Risse in den Leitungen, durch die dann bei milderen Temperaturen Wasser entweicht. Das ist nicht nur eine riesen Sauerei, das ganze kann auch mächtig ins Geld gehen, speziell wenn die im Estrich verlegten Heizleitungen einer Fußbodenheizung betroffen sind.

Und wer sollte so einen Schaden überhaupt reparieren? Nach einem längerfristigen Stromausfall werden Installationsfirmen nicht wissen, wo sie zuerst anfangen sollen, sofern sie überhaupt Ersatzteile für die Reparatur bekommen. Das Motto muss also wieder einmal sein: „Vorbeugen ist besser als heilen“.

Erst mal eine kleine Entwarnung. In den allermeisten Fällen wird Deine Wohnung bzw. Dein Haus nicht unter den Gefrierpunkt abkühlen, erst recht nicht Häuser neueren Baujahres, die sowieso alle gut isoliert sind. Trotzdem, wenn der Blackout in einer Phase eintritt, in der die Temperaturen eine Woche oder länger zweistellig unter Null liegen, werden Frostschäden durchaus wahrscheinlich. Wie also kann man sich vorbereiten bzw. was kann man im Falle des Falles tun, wenn sich die Raumtemperatur gefährlich dem Gefrierpunkt nähert?

Dein Frischwasser hast Du, wie hier beschrieben, sowieso spätestens am dritten Tag abgelassen (und gesammelt!). Schließe spätestens jetzt den Hauptversorgungshahn und öffne alle Wasserhähne, so dass sich der bei der Eisbildung von eventuell noch vorhandenem Restwasser entstehende Druck hoffentlich nicht so stark aufbaut.

Das Hauptproblem stellt aber der Heizkreislauf dar. Wenn eine Temperatur von 3° Celsius unterschritten wird und sich keine Wetterbesserung abzeichnet, würde ich mein Heizwasser ebenfalls ablassen, was eine lange und aufwändige Prozedur darstellt. Natürlich solltest Du auch alle Heizventile an den Heizkörpern öffnen. Bei Fußbodenheizungen ist das schon schwieriger, da sich die elektrischen Stellantriebe in den Heizkreisverteilern nach einem Stromausfall in irgend einer beliebigen Position befinden können. Ein Abmontieren der Stellantriebe ist die einzig sichere Lösung. Aber selbst, wenn Du alles richtig machst, besteht keine Garantie, dass Du auch die letzten Reste Wasser aus den Windungen und Krümmungen Deines Heizsystems bekommst. Trotzdem minderst Du das Risiko eines Frostschadens deutlich. Das Wasser aus Deinem Heizkreislauf kannst Du übrigens auch sammeln, falls Du überhaupt noch leere Behältnisse zur Verfügung hast. Es eignet sich vorzüglich als Spülwasser für Deine Toilette.

Kann man das Ablassen des Heizkreislaufwassers nicht vermeiden? Man kann. Es gibt spezielle Frostschutzzusätze, die man dem Wasser beisetzen kann um damit den Gefrierpunkt des Wassers um viele Grade abzusenken. Das kostet Geld, aber macht vielleicht Sinn, wenn Du in einer Region lebst, wo zweistellige Minusgrade über mehrere Tage durchaus üblich sind. Erkundige Dich am besten bei Deiner Installationsfirma.

Eine einfache Möglichkeit ist, sein Haus in guten Zeiten (also vor dem Blackout) immer ordentlich zu heizen und nicht bestimmte, selten genutzte Räume auskühlen zu lassen; genau dort würden die Frostschäden natürlich zuerst auftreten. Speziell wenn der Wetterbericht starken Frost ankündigt sollte man wirklich alle Räume seines Hauses gut beheizen und nicht am falschen Fleck sparen. Die Wärmeenergie, die in guten Zeiten in der Substanz gespeichert wird, kann einem im Erstfall geplatzte Leitungen ersparen.

Hier noch ein Extratipp. Solltest Du über eine Stromquelle verfügen (Photovoltaik-Batteriespeicher, große Powerbank mit Wechselrichter, Stromgenerator) könntest Du diese an Deine Umwälzpumpe der Heizung anschließen. Wie wir alle leicht in der Natur beobachten können, gefriert fließendes Wasser deutlich später als stehendes.

Categories Hacks/Hausinstallation

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