Lerne effizient zu Kochen

„Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, sagt ein altes deutsches Sprichwort. Leuchtet ein. Spaghetti kochen wir üblicherweise 10 Minuten bei 100 Grad. Vorher müssen wir aber noch die Herdplatte, den Topf und natürlich das Wasser erst mal auf 100 Grad erhitzen. Das kostet jede Menge kostbare Energie.

Danach lassen wir unser Gericht wieder auf 50 – 60 Grad abkühlen, bevor wir es essen und im Körper folgt eine weitere, finale Abkühlung auf 37 Grad. Eine ganz schöne Energieverschwendung ist das. (Und nebenbei auch ungesund, denn Ärzte fordern seit langem, dass alles, was wir zu uns nehmen, eine Temperatur von 37° bis maximal 43° Celsius haben sollte, so wie bei Babies, aber das ist eine andere Geschichte).

Warum kochen wir dann so heiß? Ein Grund ist, dass sich erst ab bestimmten Temperaturen Aromen richtig entfalten können. Das Gericht duftet dann besser und schmeckt besser. (Warum eine Zubereitung von köstlich duftenden Speisen keine gute Idee ist, habe ich bereits hier erklärt.)

Der Hauptgrund für die hohen Temperaturen ist jedoch Zeit zu sparen, denn Zeit ist in unserer Gesellschaft eine kostbare Ressource. Bei einem Blackout dagegen haben wir vielleicht vieles nicht mehr, aber eins haben wir in Hülle und Fülle: Zeit.

Man kann Nudeln, Reis, Polenta, Hülsenfrüchte, Kaffee, Tee uvm. auch zubereiten, indem man eine Einweichzeit von mehreren Stunden (manchmal sogar über Nacht) in kaltem Wasser einplant. Danach muss man nur noch Erwärmen, auf maximal 70 Grad.

Jedes gesparte Grad hilft. Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, benötigt man 1 kcal (Kilokalorie). Das klingt wenig, bei den 2000 kcal, die wir durchschnittlich pro Tag zu uns nehmen. 1 kcal (ungefähr 4000 Joule) reichen als Energie aber aus, um 1 kg Wasser über 400 m hoch zu heben, wie Dir jeder Physiker bestätigen kann.

Tipps:

  • Nimm so wenig Wasser wie möglich zu Einweichen. Das spart Wasser und Energie. Wenn Du zuviel genommen hast, kipp es vor dem Erwärmen ab (nicht weg!) und nimm beim nächsten Mal entsprechend weniger.
  • Verwende Nudeln mit kurzer Garzeit. Spaghettini haben beispielsweise eine (traditionelle) Kochzeit von nur 5 Minuten (Spaghetti: 10 Minuten).
  • Benutze möglichst dünnwandiges Kochgeschirr, so wie beim Camping. Bei normalen Töpfen und Pfannen geht für die Erwärmung des ganzen Metalls viel zu viel Energie flöten.
  • Hausaufgabe: lerne folgendes Gericht zuzubereiten: „kalt eingeweichte Spaghettini in Pasta-Sauce aus dem Glas“. Versuche so wenig Wasser wie möglich zu ver(sch)wenden. Erwärme Sauce und Nudeln (ohne Wasser) zusammen, in einem Topf. Bon Appetit!

Categories Ernährung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.